Diese Reise führt dich vom Karfreitag zum Ostermorgen. Sie zeigt dir die Quellen, die Zeugen und die Botschaft, die die Kirche seit den Aposteln verkündet: Jesus ist auferstanden. An zwei Stellen wählst du selbst, wie du weitergehst. Am Ende steht die Einladung, Jesus zu antworten. Für die ganze Reise brauchst du etwa 25 Minuten.
Deine AntwortGebet und erste Schritte in deiner Pfarrei
Jerusalem, um das Jahr 30
Am Freitag war alles vorbei.
Es sind die Tage des Paschafestes. Es ist Rüsttag, der Tag vor dem Sabbat. Pilatus lässt Jesus aus Nazaret geißeln. Er liefert ihn zur Kreuzigung aus. Römische Soldaten führen ihn hinaus. Sie bringen ihn nach Golgota, das heißt Schädelhöhe. Dann kreuzigen sie ihn. Wer war dieser Mann?
Später wurde Jesus zum Hohepriester geführt. Die Hohepriester und der ganze Hohe Rat suchten Zeugenaussagen gegen ihn, um ihn zum Tod verurteilen zu können, fanden aber nichts. Dann fragte der Hohepriester:
„Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten?“
Tacitus war ein römischer Historiker und schrieb um 116/117, Jahrzehnte nach der Hinrichtung Jesu. Er erklärt nach dem Brand Roms die Herkunft des Namens der Christen und beschreibt ihre Verfolgung unter Nero. Der Bewegung stand er ablehnend gegenüber. Er nennt auch den Mann, auf den der Name der Christen zurückgeht.
Ein römischer Historiker, kein Christ
„Christus, von dem dieser Name stammt, wurde unter Kaiser Tiberius durch Pontius Pilatus mit der Todesstrafe belegt.“
Tacitus, Annalen 15,44 (um 116/117) · Quelle lesenBezeugt
Josephus war ein jüdischer Historiker. Um 93 oder 94 berichtet er über die Amtszeit des Hohepriesters Ananus und nennt dabei Jakobus: „Er führte den Bruder Jesu, des sogenannten Christus, vor das Gericht – Jakobus hieß er – und einige andere.“ (Josephus, Jüdische Altertümer 20,200) Diese knappe Identifikation setzt Jesus als bekannte historische Person voraus. Jesu Hinrichtung und seine Person stehen auch in den Schriften von Männern, die keine Christen waren.
Jesus wurde festgenommen. „Da verließen ihn alle und flohen.“ (Mk 14,50) Petrus folgte Jesus von Weitem bis in den Hof des Hohepriesters und wärmte sich am Feuer. Dreimal leugnete er, zu Jesus zu gehören. Beim dritten Mal sagte er: „Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr redet.“ (Mk 14,71) Dann krähte der Hahn, und Petrus begann zu weinen. Später sagten zwei Jünger: „Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde.“ (Lk 24,21) Die Jünger waren aus Furcht bei verschlossenen Türen beisammen. Sie erwarteten keine Auferstehung.
Samstag.
Jesus liegt in einem Grab, das in einen Felsen gehauen ist. Vor dem Eingang liegt ein Stein. (Mk 15,46)
Am ersten Tag der Woche
Maria von Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wollten Jesus salben.
Am Sonntag in aller Frühe kamen sie zum Grab, als eben die Sonne aufging.
Sie fragten einander, wer ihnen den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen könnte.
Der Stein war schon weggewälzt; er war sehr groß.
Im Grab sahen sie einen jungen Mann in weißem Gewand; sie erschraken sehr.
„Er ist auferstanden; er ist nicht hier.“ (Mk 16,6)
Bild: Rekonstruktion
Der Stein war weggewälzt.
Alle vier Evangelien stellen Frauen an den Anfang der Grabüberlieferung. Maria von Magdala wird in allen vier genannt. Markus nennt außerdem Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome (Mk 16,1); Lukas Johanna und die übrigen Frauen (Lk 24,10); Matthäus die andere Maria (Mt 28,1). Bei Lukas berichten die Frauen den Aposteln (Lk 24,9–10). Matthäus erzählt, dass Jesus den Frauen entgegenkam (Mt 28,9); Maria von Magdala verkündete den Jüngern: „Ich habe den Herrn gesehen.“ (Joh 20,18) Flavius Josephus gibt um 93/94 in den Jüdischen Altertümern die Regel an, dass die Aussage von Frauen vor Gericht nicht zugelassen werden soll (Jüdische Altertümer 4,219). Deshalb war es für antike Leser auffällig, dass Frauen die ersten Überbringer der Osterbotschaft waren. Die Apostel hielten diese Reden für Geschwätz und glaubten ihnen nicht (Lk 24,11). Die Evangelien halten fest, was überliefert war: Frauen waren die ersten Zeugen, und die Apostel glaubten ihnen zuerst nicht; das gibt dem Zeugnis Gewicht.
Die Erzählung vom leeren Grab in den Evangelien und die Erscheinungsliste bei Paulus sind zwei Überlieferungen. Ob das Grab historisch leer gefunden wurde und welches Gewicht das hat, ist in der Wissenschaft umstritten. Die Kirche sieht im leeren Grab ein wesentliches Zeichen der Auferstehung.
Paulus schreibt um 54 aus Ephesus an die Gemeinde in Korinth und erinnert sie an das Evangelium, das er ihr verkündet hat:
„Denn vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe:
Christus ist für unsere Sünden gestorben, / gemäß der Schrift,
und ist begraben worden. / Er ist am dritten Tag auferweckt worden, / gemäß der Schrift,
und erschien dem Kephas, dann den Zwölf.“
Paulus gibt weiter, was er selbst empfangen hat; die Gemeinde kannte dieses Bekenntnis schon, bevor der Brief kam. Der 1. Korintherbrief bewahrt die älteste erhaltene ausführliche Bekenntnisformel und Erscheinungsliste. Die Formel ist älter als der Brief. Zwischen der Kreuzigung um 30 und dem Brief liegen gut zwei Jahrzehnte. Datierung lesen Paulus nennt nun die Zeugen.
Der Auferstandene erschien dem Kephas, also Petrus. (1 Kor 15,5)
Der Auferstandene erschien den Zwölf. (1 Kor 15,5)
Der Auferstandene erschien über fünfhundert Brüdern; die meisten lebten um 54 noch. (1 Kor 15,6)
Der Auferstandene erschien dem Jakobus. (1 Kor 15,7)
Der Auferstandene erschien allen Aposteln. (1 Kor 15,7)
Zuletzt erschien der Auferstandene dem Paulus selbst. (1 Kor 15,8)
Bei der Verhaftung Jesu flohen die Jünger. Zwei von ihnen sagten: „Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde.“ (Lk 24,21) Um 54 nennt Paulus Kephas und die Zwölf als Zeugen, denen der Auferstandene erschien. Was hat diese Menschen verwandelt?
Thomas war nicht dabei, als der Auferstandene den Jüngern erschien. Er will ihrem Zeugnis erst glauben, wenn er die Wunden sieht und berührt. Acht Tage später steht Jesus wieder in ihrer Mitte. Er weist Thomas nicht ab:
„Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sagte zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“
Wer prüfen will, steht in guter Gesellschaft. Die Wunden kannst du nicht berühren. Die Spuren, die die ersten Zeugen hinterlassen haben, kannst du prüfen.
Was geschah wann, und wer schrieb es auf? Für jedes historische Urteil zählt, wie früh ein Bericht entstand und ob Zeitgenossen ihn noch prüfen konnten. Bei Jesus ist dieser Abstand kurz: Zwischen seiner Kreuzigung unter Pontius Pilatus und dem Ersten Korintherbrief des Apostels Paulus liegen kaum mehr als zwei Jahrzehnte. Danach folgen weitere Zeugnisse, christliche und nichtchristliche, bis zum römischen Historiker Tacitus.
um 30
Kreuzigung unter Pontius Pilatus
Jesus wird in Jerusalem gekreuzigt. Die ältesten christlichen und nichtchristlichen Quellen bezeugen übereinstimmend, dass Pilatus ihn zum Kreuz verurteilte.
Im dreizehnten Regierungsjahr Kaiser Domitians vollendet der jüdische Historiker seine Altertümer. Darin nennt er Jakobus den Bruder Jesu, der Christus genannt wurde.
Von der Kreuzigung bis zu Tacitus vergehen weniger als 90 Jahre. Alexander der Große starb 323 v. Chr. Die erhaltenen durchgehenden Darstellungen seines Lebens entstanden erst rund drei Jahrhunderte nach ihm oder noch später.
Paulus kannte die Zeugen persönlich: Er blieb fünfzehn Tage bei Kephas und sah Jakobus. Von den mehr als fünfhundert Brüdern, denen der Auferstandene erschienen war, lebten die meisten noch. Wer zweifelte, konnte sie fragen. Anders als die erhaltenen Darstellungen Alexanders des Großen stammen die Quellen zur Auferstehung aus der Generation der Augenzeugen. Die Botschaft war öffentlich, solange diese Zeugen lebten.
Bevor du die Befunde prüfst, steht eine Vorfrage im Raum: Kann Gott in der Geschichte handeln? Jede Antwort darauf setzt eine Weltsicht voraus, auch die Antwort „nein“. Historische Urteile über die Auferstehung hängen deshalb davon ab, was ein Historiker überhaupt für möglich hält. Wer nur natürliche Ursachen zulässt, hat die Auferstehung ausgeschlossen, bevor er die Quellen gelesen hat. Das ist eine philosophische Entscheidung und kein Ergebnis der Prüfung.
Die Kirche versteht Glaube und Vernunft als aufeinander bezogen. Darum muss der Glaube die Prüfung nicht fürchten. Die Weltsicht ersetzt die Prüfung nicht; sie entscheidet, welche Erklärungen überhaupt in Frage kommen. Drei Antworten stehen zur Wahl.
Der Naturalismus nimmt an, dass die Natur und ihre Vorgänge alles umfassen, was existiert. Dann bleiben nur natürliche Ursachen. Diese Annahme ist selbst eine philosophische Voraussetzung; kein Experiment kann sie beweisen. Wer sie übernimmt, muss eine Auferstehung als Irrtum, Legende oder Täuschung deuten, gleich was die Quellen sagen.
Der Theismus führt die endliche Welt auf Gott als ihren Ursprung zurück. Was nicht aus sich selbst besteht, verdankt sein Dasein einem anderen. Wenn Gott die Welt geschaffen hat, kann er in ihr auch handeln. Eine Auferstehung ist dann keine Unmöglichkeit, sondern eine Frage an die Quellen: Hat Gott hier gehandelt?
Der Agnostizismus hält das Urteil über Gott offen. Gerade das erlaubt eine faire Prüfung: Wer Gott nicht vorab ausschließt, kann fragen, welche Erklärung den Befund am vollständigsten erfasst. Dafür zählt zweierlei: ob eine Erklärung alle sechs Befunde zugleich trägt und wie viele Zusatzannahmen sie dafür braucht.
Der Prüfstand
Eine tragfähige Erklärung muss alle sechs Befunde zugleich erfassen: das leere Grab, die frühe Botschaft, die Begegnungen Einzelner und ganzer Gruppen mit dem Auferstandenen, dass Paulus und Jakobus zu Zeugen wurden, den Wandel der Jünger und die Entstehung der Kirche. Fünf Erklärungen treten an: Visionen, ein verlegter Leichnam, eine wachsende Legende, bewusste Täuschung und die Auferstehung. Für jeden Befund gibt es drei mögliche Urteile: Eine Erklärung erklärt ihn, erfasst ihn nur mit Zusatzannahmen oder erklärt ihn nicht. Nur eine Erklärung besteht diese Probe vollständig.
1
Das leere Grab
Alle vier Evangelien stellen Frauen an den Anfang der Erzählung vom leeren Grab; die älteste erhaltene Fassung steht bei Markus. Frauen als erste Zeugen waren für antike Leser auffällig: Josephus nennt die Rechtsregel, Aussagen von Frauen vor Gericht nicht zuzulassen.
Um 54 erinnert Paulus die Gemeinde in Korinth an das Bekenntnis von Tod, Begräbnis, Auferweckung und Erscheinungen Jesu, das er selbst empfangen und ihr zuvor verkündet hatte. Die Formel ist älter als der Brief und verkündet eine leibliche Auferweckung.
Paulus nennt Kephas, die Zwölf, mehr als fünfhundert Brüder zugleich, Jakobus, alle Apostel und zuletzt sich selbst. Von den mehr als fünfhundert Brüdern lebten die meisten noch, als er schrieb.
Paulus verfolgte die Kirche, sah nach eigenem Zeugnis Jesus, den Herrn, und wurde ihr Apostel. Jakobus war einer der Brüder Jesu, die nicht an ihn glaubten. Paulus nennt ihn unter den Zeugen der Erscheinungen und zählt ihn zu den führenden Männern der Gemeinde in Jerusalem.
Bei Jesu Festnahme flohen die Jünger, nach der Kreuzigung schlossen sie sich aus Furcht ein. An Pfingsten verkündete Petrus öffentlich die Auferstehung. Die Apostel wurden ausgepeitscht und verkündeten weiter; Petrus und Paulus erlitten für ihr Zeugnis Verfolgung und Tod.
Paulus bezeugt die Eucharistie der Gemeinde in Korinth und Bischöfe und Diakone in Philippi. Um 112 fand Plinius Christen in den Städten und Dörfern Bithyniens; sie sangen Christus ein Lied wie einem Gott.
1. Das leere Grab Alle vier Evangelien stellen Frauen an den Anfang der Erzählung vom leeren Grab; die älteste erhaltene Fassung steht bei Markus. Frauen als erste Zeugen waren für antike Leser auffällig: Josephus nennt die Rechtsregel, Aussagen von Frauen vor Gericht nicht zuzulassen.
2. Die Botschaft war früh da Um 54 erinnert Paulus die Gemeinde in Korinth an das Bekenntnis von Tod, Begräbnis, Auferweckung und Erscheinungen Jesu, das er selbst empfangen und ihr zuvor verkündet hatte. Die Formel ist älter als der Brief und verkündet eine leibliche Auferweckung.
3. Begegnungen Einzelner und ganzer Gruppen Paulus nennt Kephas, die Zwölf, mehr als fünfhundert Brüder zugleich, Jakobus, alle Apostel und zuletzt sich selbst. Von den mehr als fünfhundert Brüdern lebten die meisten noch, als er schrieb.
4. Paulus und Jakobus wurden Zeugen Paulus verfolgte die Kirche, sah nach eigenem Zeugnis Jesus, den Herrn, und wurde ihr Apostel. Jakobus war einer der Brüder Jesu, die nicht an ihn glaubten. Paulus nennt ihn unter den Zeugen der Erscheinungen und zählt ihn zu den führenden Männern der Gemeinde in Jerusalem.
5. Aus Furcht wurde öffentliches Zeugnis Bei Jesu Festnahme flohen die Jünger, nach der Kreuzigung schlossen sie sich aus Furcht ein. An Pfingsten verkündete Petrus öffentlich die Auferstehung. Die Apostel wurden ausgepeitscht und verkündeten weiter; Petrus und Paulus erlitten für ihr Zeugnis Verfolgung und Tod.
6. Aus dem Zeugnis entstand die Kirche Paulus bezeugt die Eucharistie der Gemeinde in Korinth und Bischöfe und Diakone in Philippi. Um 112 fand Plinius Christen in den Städten und Dörfern Bithyniens; sie sangen Christus ein Lied wie einem Gott.
Prüfstand: Welche Erklärung trägt welchen Befund?
Erklärung
1Das leere Grab
2Die Botschaft war früh da
3Begegnungen Einzelner und ganzer Gruppen
4Paulus und Jakobus wurden Zeugen
5Aus Furcht wurde öffentliches Zeugnis
6Aus dem Zeugnis entstand die Kirche
Erklärt
Visionen
erklärt nicht
nur mit Zusatzannahmen
nur mit Zusatzannahmen
nur mit Zusatzannahmen
erklärt
erklärt
2 von 62 von 6 Befunden
Leichnam verlegt
erklärt
erklärt nicht
erklärt nicht
erklärt nicht
erklärt nicht
erklärt nicht
1 von 61 von 6 Befunden
Legende
nur mit Zusatzannahmen
erklärt nicht
erklärt nicht
erklärt nicht
erklärt nicht
nur mit Zusatzannahmen
0 von 60 von 6 Befunden
Täuschung
erklärt
erklärt
nur mit Zusatzannahmen
erklärt nicht
erklärt nicht
nur mit Zusatzannahmen
2 von 62 von 6 Befunden
Auferstehung
erklärt
erklärt
erklärt
erklärt
erklärt
erklärt
6 von 66 von 6 Befunden
erklärt
nur mit Zusatzannahmen
erklärt nicht
Ein ernster Einwand lautet: Die Jünger hatten nach Jesu Tod Erfahrungen, wie Trauernde sie kennen, und meinten, ihn zu sehen. Aus diesen Visionen sei später die Legende vom leeren Grab und vom leiblich Auferstandenen gewachsen.
Richtig ist: Solche Erfahrungen sind in der heutigen Trauerforschung dokumentiert. Diese Forschung untersucht heutige Trauernde; Aussagen über Petrus, Jakobus oder Paulus liegen außerhalb ihrer Daten. Trauerforschung lesen
Vor allem erfasst der Einwand nicht den ganzen Befund. Die Botschaft war keine späte Legende: Um 54 gibt Paulus eine Formel weiter, die er selbst empfangen und schon zuvor gepredigt hatte; sie verkündet eine leibliche Auferweckung. So verstanden Paulus und seine Leser das Wort Auferstehung. Paulus nennt nicht nur Einzelne, sondern die Zwölf und mehr als fünfhundert Brüder zugleich. Er selbst war Verfolger, kein Trauernder; er erklärt, Jesus gesehen zu haben, und wurde Apostel. Auch Jakobus, der Bruder des Herrn, steht unter den Zeugen. Ein leeres Grab erklären Visionen nicht. Die Auferstehung erklärt all das mit der Ursache, die die Zeugen selbst nannten: Gott hat Jesus auferweckt.
Die Jünger hatten Visionen
Wahrnehmungsähnliche Erfahrungen Verstorbener sind in der heutigen Trauerforschung dokumentiert. Visionen können erklären, warum die Jünger überzeugt auftraten und warum daraus eine Bewegung entstand. Drei weitere Befunde erfasst diese Erklärung nur mit Zusatzannahmen: Die frühe Formel verkündet eine leibliche Auferweckung. Eine Erscheinung vor mehr als fünfhundert Brüdern zugleich verlangt, dass viele dieselbe Vision hatten. Paulus kam als Verfolger zu seinem Zeugnis, Jakobus aus dem Unglauben; zum trauernden Kreis der Jünger gehörte keiner von beiden. Ein leeres Grab erklären Visionen nicht.
Ein verlegter Leichnam erklärt ein leeres Grab. Die Erscheinungen erklärt er nicht: Er lässt niemanden den Auferstandenen sehen, und Paulus überliefert die Erscheinungen als Liste von Zeugen. Bei Lukas brachte die Nachricht vom leeren Grab die Apostel nicht zum Glauben; sie hielten sie zunächst für Geschwätz. Für das frühe Bekenntnis, die Zeugen Paulus und Jakobus, den Mut der Jünger und die Entstehung der Kirche nennt diese Erklärung keine Ursache.
Das Markusevangelium entstand erst kurz nach 70; bis dahin konnte eine Erzählung wachsen. Bekenntnis und Zeugenliste sind älter: Paulus gibt sie um 54 weiter, hatte sie selbst empfangen, kannte Kephas und Jakobus persönlich und nennt sich selbst als Zeugen. Von den mehr als fünfhundert Brüdern lebten die meisten noch; die Botschaft war öffentlich, solange ihre Zeugen befragt werden konnten. Den Mut der ersten Zeugen, die für ihre Botschaft ausgepeitscht wurden, erklärt eine später gewachsene Erzählung nicht. Eine wachsende Erzählung kann die Ausbreitung der Kirche mittragen, doch schon Paulus bezeugt die Eucharistie in Korinth und Bischöfe und Diakone in Philippi. Das leere Grab müsste diese Erklärung für eine spätere Ausschmückung halten, obwohl Frauen als erste Zeugen für antike Leser auffällig waren.
Eine bewusste Täuschung könnte ein leeres Grab und eine früh verbreitete Botschaft erklären. Die Erscheinung vor mehr als fünfhundert Brüdern zugleich müsste sie als Absprache vieler deuten. Paulus und Jakobus standen außerhalb des Jüngerkreises: Paulus verfolgte die Kirche und bezeugt, Jesus selbst gesehen zu haben, Jakobus glaubte nicht an Jesus; beide nennt Paulus als Zeugen eigener Erscheinungen. Die Apostel wurden für ihre Botschaft ausgepeitscht, Petrus und Paulus erlitten Verfolgung und Tod; diese Leidensbereitschaft zeigt, dass sie von ihrer Botschaft überzeugt waren. Für die Entstehung der Kirche muss die Erklärung annehmen, dass keiner der ersten Zeugen die Täuschung unter Verfolgung preisgab.
Gott hat Jesus leiblich auferweckt. Diese eine Ursache erklärt alle sechs Befunde zugleich, und die Zeugen nannten sie selbst. Die Erklärung setzt voraus, dass Gott in der Geschichte handeln kann. Wer das nicht vorab ausschließt, braucht für keinen Befund eine Zusatzannahme. Der Katechismus lehrt: „Das Mysterium der Auferstehung Christi ist ein wirkliches Geschehen, das sich nach dem Zeugnis des Neuen Testamentes geschichtlich feststellbar manifestiert hat.“
Nach Jesu Festnahme verleugnete Petrus ihn. Nach seinem Tod nannten zwei Jünger ihre Hoffnung gescheitert, und die Jünger schlossen sich aus Furcht ein. Dann trat Petrus an Pfingsten öffentlich auf: „Diesen Jesus hat Gott auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen.“ (Apg 2,32) Er rief zu Umkehr und Taufe.
Auch Verhör und Auspeitschung brachten die Apostel nicht zum Schweigen. Herodes ließ den Apostel Jakobus, den Bruder des Johannes, hinrichten. Aus verängstigten Jüngern waren öffentliche Zeugen geworden, die für ihr Zeugnis Verfolgung und Tod auf sich nahmen. Den Grund hatte Petrus selbst genannt: Gott hat Jesus auferweckt.
Die Kirche, die aus diesem Zeugnis entstand, war von Anfang an sichtbar. Schon Paulus setzt voraus, dass die Gemeinden die Eucharistie feiern: das Herrenmahl als Gemeinschaft mit Leib und Blut Christi und das eine Brot, an dem alle teilhaben. Ebenso selbstverständlich spricht er von Bischöfen und Diakonen. Bekenntnis, Sakrament und geordneter Dienst gehören schon in den frühesten Briefen zusammen. Was wurde aus diesem Dienst, als die Apostel starben? Drei Zeugen der folgenden Generationen geben Antwort.
Rekonstruktion · Christen versammeln sich in einem Haus im Römischen Reich.
spätes 1. Jahrhundert
Clemens von Rom
Der Brief der Kirche von Rom hält fest: Die Apostel setzten in Stadt und Land Bischöfe und Diakone ein. Sie ordneten an, dass nach dem Tod dieser Amtsträger „andere erprobte Männer ihren Dienst übernähmen“. So steht es im Ersten Clemensbrief 42–44. Der Überlieferung nach hat Clemens von Rom ihn geschrieben. Clemensbrief lesen
frühes 2. Jahrhundert
Ignatius von Antiochien
Ignatius mahnt die Christen in Smyrna zur Einheit mit ihrem Bischof. Er verbindet den Bischof, die Presbyter und die Diakone mit der Eucharistie. Und er schreibt den Satz: „Wo immer der Bischof sich zeigt, da sei auch das Volk, so wie da, wo Jesus Christus ist, auch die katholische Kirche ist.“ (Brief an die Smyrnäer 8,2) Ignatius lesen
182–188
Irenäus von Lyon
Irenäus antwortet auf konkurrierende Geheimlehren. Er hält dagegen, was jeder prüfen kann: die öffentlich bekannte Folge der Bischöfe in den Kirchen. Als Beispiel nennt er die römische Kirche, „die von den beiden ruhmreichen Aposteln Petrus und Paulus zu Rom gegründet und gebaut ist“ (Gegen die Häresien 3,3,2). Irenäus lesen
Aus dem Zeugnis der Apostel entstand eine sichtbare Kirche: Sie feierte die Eucharistie, bekannte Jesus als Herrn und hatte Bischöfe, Presbyter und Diakone.
Die katholische Kirche erkennt sich in dieser Kirche der Apostel wieder. Das Zweite Vatikanische Konzil lehrt: Die eine Kirche Christi ist verwirklicht in der katholischen Kirche, die vom Nachfolger Petri und den Bischöfen in Gemeinschaft mit ihm geleitet wird. Ihre Mitte ist Christus, der gekreuzigte und auferstandene Herr. Die Spuren führen zu einer Person und zu einer Gemeinschaft, die es bis heute gibt. Begegne Christus in seiner Kirche: Geh am Sonntag in die Messe deiner Pfarrei, oder beginne einen Glaubenskurs wie Alpha.
Maria von Magdala, Petrus, Jakobus und Paulus rechneten nicht mit der Auferstehung Jesu. Maria suchte den Toten, Petrus hatte ihn verleugnet, Jakobus gehörte zu den Brüdern, die nicht an Jesus glaubten, und Paulus verfolgte die Kirche. In der Zeugenliste des Paulus stehen Kephas, also Petrus, Jakobus und Paulus selbst (1 Kor 15,5–8). Was verwandelte sie? Die Antwort beginnt bei Maria von Magdala.
Maria von Magdala
Vorher
Maria stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein und sah zwei Engel in weißen Gewändern. Die Engel fragten: „Frau, warum weinst du?“ Sie antwortete: „Sie haben meinen Herrn weggenommen und ich weiß nicht, wohin sie ihn gelegt haben“ (Joh 20,11–13). Als sie Jesus dastehen sah, wusste sie nicht, dass er es war. Sie hielt ihn für den Gärtner und fragte, wohin er ihn gelegt habe (Joh 20,14–15).
Antiveduto Gramatica, Maria Magdalena am Grab, um 1620–1622 · Bildquelle
Nachher
Maria, genannt Magdalena, gehörte zu den Frauen, die Jesus begleiteten; aus ihr waren sieben Dämonen ausgefahren. Die Frauen unterstützten Jesus und die Jünger mit ihrem Vermögen (Lk 8,1–3). Am Grab sagte Jesus zu ihr: „Maria!“ Da wandte sie sich um und antwortete auf Hebräisch: „Rabbuni!“, das heißt: Meister (Joh 20,16). Jesus gab ihr den Auftrag, zu seinen Brüdern zu gehen und ihnen zu sagen: „Ich gehe hinauf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott“ (Joh 20,17). Maria von Magdala kam zu den Jüngern und verkündete: „Ich habe den Herrn gesehen.“ Sie berichtete auch, was er ihr gesagt hatte (Joh 20,18).
Fra Angelico, Noli me tangere, um 1440 · Bildquelle
Wie beim Karfreitag erzählt, leugnete Petrus im Hof des Hohepriesters dreimal, Jesus zu kennen. „Da fing er an zu fluchen und zu schwören: ‚Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr redet.‘“ Als der Hahn zum zweiten Mal krähte, erinnerte er sich an Jesu Wort und begann zu weinen (Mk 14,66–72).
Caravaggio, Die Verleugnung Petri, um 1610 · Bildquelle
Nachher
In Jerusalem trat Petrus mit den Elf vor die Bewohner der Stadt. Er hielt ihnen vor, Jesus ans Kreuz geschlagen und umgebracht zu haben (Apg 2,14.23). Petrus selbst nennt den Grund seiner Wende: „Diesen Jesus hat Gott auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen“ (Apg 2,32). Er fügt hinzu, der erhöhte Jesus habe den Heiligen Geist ausgegossen, „wie ihr seht und hört“ (Apg 2,33).
Später verbot man Petrus und Johannes, im Namen Jesu zu verkünden und zu lehren. Sie antworteten: „Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben“ (Apg 4,18–20). Aus „Ich kenne diesen Menschen nicht“ im Hof war das öffentliche „dafür sind wir alle Zeugen“ geworden.
Jesus sagte zu Petrus: „[…] ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst“ (Joh 21,18). Jesus wollte damit andeuten, durch welchen Tod Petrus Gott verherrlichen werde (Joh 21,19). Der Erste Clemensbrief, gegen Ende des 1. Jahrhunderts in Rom geschrieben, nennt einen Petrus, der „vielerlei Mühseligkeiten erduldet hat“ und, nachdem er sein Zeugnis für Christus abgelegt hatte, an den Ort der Herrlichkeit gelangt ist (1 Clem 5,4). Der Überlieferung nach starb Petrus in Rom am Kreuz.
Als Jesu Angehörige von ihm hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen, denn sie sagten: „Er ist von Sinnen“ (Mk 3,21). Das Johannesevangelium sagt: „Auch seine Brüder glaubten nämlich nicht an ihn“ (Joh 7,5). Zu diesen Brüdern gehörte Jakobus; Paulus nennt ihn „den Bruder des Herrn“ (Gal 1,19).
Nachher
Paulus überliefert: „Danach erschien er dem Jakobus, dann allen Aposteln“ (1 Kor 15,7). Drei Jahre nach seiner Berufung ging Paulus nach Jerusalem, um Kephas kennenzulernen, blieb fünfzehn Tage bei ihm und sah von den anderen Aposteln nur Jakobus (Gal 1,18–19). Später zählt Paulus Jakobus, Kephas und Johannes zu den „Säulen“, die ihm und Barnabas die Hand zum Zeichen der Gemeinschaft gaben (Gal 2,9).
In Jerusalem nahm Jakobus das Wort: „Brüder, hört mich an!“ Er hielt es für richtig, den Heiden, die sich zu Gott bekehrten, keine Lasten aufzubürden (Apg 15,13.19). Aus dem Bruder, der nicht an Jesus glaubte, war ein öffentlicher Zeuge und eine der „Säulen“ geworden. Um 62 wurde Jakobus in Jerusalem vor das Gericht des Hohepriesters geführt und als Gesetzesbrecher angeklagt. Josephus, ein jüdischer Schriftsteller und kein Christ, berichtet um 93/94, dass er zur Steinigung ausgeliefert wurde, und nennt ihn den „Bruder Jesu, des sogenannten Christus“ (Josephus, Jüdische Altertümer 20,200).
Paulus schreibt über seinen früheren Lebenswandel, „wie maßlos ich die Kirche Gottes verfolgte und zu vernichten suchte“; mit „dem größten Eifer“ setzte er sich für die Überlieferungen seiner Väter ein (Gal 1,13–14). Die Apostelgeschichte, die ihn Saulus nennt, erzählt: Er „wütete noch immer mit Drohung und Mord“ gegen die Jünger des Herrn und erbat vom Hohepriester Briefe an die Synagogen in Damaskus, um Anhänger des Weges Jesu zu fesseln und nach Jerusalem zu bringen (Apg 9,1–2).
Rembrandt, Steinigung des Stephanus, 1625 · Bildquelle
Nachher
Auf dem Weg nach Damaskus umstrahlte ihn plötzlich ein Licht vom Himmel. Er stürzte zu Boden und hörte: „Saul, Saul, warum verfolgst du mich?“ Auf seine Frage „Wer bist du, Herr?“ kam die Antwort: „Ich bin Jesus, den du verfolgst“ (Apg 9,3–5). Drei Tage war Saulus blind und aß und trank nicht. Danach ließ er sich taufen und verkündete sogleich: „Dieser ist der Sohn Gottes“ (Apg 9,7–9.17–20).
Die Apostelgeschichte erzählt die Szene vor Damaskus. Paulus selbst bezeugt: Es gefiel Gott, „in mir seinen Sohn zu offenbaren, damit ich ihn unter den Völkern verkünde“ (Gal 1,15–16). Er schreibt: „Zuletzt erschien er auch mir“ und nennt sich den Geringsten der Apostel, weil er die Kirche Gottes verfolgt hatte. „Doch durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin“; Paulus vergleicht sich mit den Aposteln: „Mehr als sie alle habe ich mich abgemüht – nicht ich, sondern die Gnade Gottes zusammen mit mir“ (1 Kor 15,8–10).
Was er auf sich nahm, schreibt er selbst: „Fünfmal erhielt ich von Juden die vierzig Hiebe weniger einen; dreimal wurde ich ausgepeitscht, einmal gesteinigt, dreimal erlitt ich Schiffbruch […]“ (2 Kor 11,24–25). Der Erste Clemensbrief sagt von Paulus, er habe „vor den Machthabern sein Zeugnis abgelegt“; so „wurde er weggenommen von dieser Welt“ (1 Clem 5,7).
Heutige Trauerforschung dokumentiert wahrnehmungsähnliche Erfahrungen Verstorbener bei Trauernden. Könnten die ersten Zeugen, erschüttert vom Karfreitag, Ähnliches erlebt haben?
Zu Maria von Magdala und Petrus, die Jesus nahestanden und erschüttert waren, passt dieser Einwand; Jakobus aber erklärt er nicht: Jesu Brüder glaubten nicht an ihn, und Paulus nennt dennoch eine Erscheinung vor Jakobus, den er persönlich kannte (Joh 7,5; Gal 1,19; 1 Kor 15,7). Auch Paulus erklärt er nicht: Paulus verfolgte die Kirche. Er schreibt selbst: „Zuletzt erschien er auch mir“ (Gal 1,13; Apg 8,3; 1 Kor 15,8–9). Ebenso wenig erklärt der Einwand eine Erscheinung vor mehr als fünfhundert Brüdern zugleich. Paulus schreibt das an eine bestehende Gemeinde, als die meisten dieser Zeugen noch lebten (1 Kor 15,6). Die Evangelien erzählen vom leeren Grab; eine Vision lässt kein Grab leer.
Die Zeugen nennen selbst den Grund ihrer Wende: Jesus ist ihnen begegnet (1 Kor 15,5–8; Apg 2,32; Joh 20,18). Das Zeugnis der Quellen nennt Begegnungen; die Kirche bekennt, dass Gott Jesus leiblich auferweckt hat (Katechismus der Katholischen Kirche 639). Jesus lebt.
Am Tag der Predigt des Petrus ließen sich alle taufen, die sein Wort annahmen; ihrer Gemeinschaft wurden etwa dreitausend Menschen hinzugefügt (Apg 2,41). Sie hielten an der Lehre der Apostel fest, an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten. Der Herr fügte täglich die hinzu, die gerettet werden sollten (Apg 2,42.47).
Um 112 fragt Plinius Kaiser Trajan, wie er in Bithynien gegen Christen vorgehen soll; sein Brief beschreibt Verhör, Widerruf und den frühmorgendlichen Gottesdienst: „Sie sangen Christus wechselweise ein Lied wie einem Gott“ (Plinius, Briefe 10,96).
Rembrandt zeigt Stephanus auf den Knien, den Blick nach oben, während die Männer um ihn die Steine heben. Stephanus ist der erste Märtyrer der Kirche. Er hatte Jesus öffentlich verkündet. Vor dem Hohen Rat bekannte er, er sehe Jesus zur Rechten Gottes stehen. Dafür wurde er gesteinigt. Er starb für den Herrn, den er lebendig sah.
Was bewirkt der Auferstandene in einem Menschen? Die Antwort beginnt bei Stephanus und reicht bis heute.
erste Generation
Stephanus
Unter den Steinen betet Stephanus: „Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!“ Dann sinkt er in die Knie und schreit laut: „Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!“ (Apg 7,59–60) Wie Jesus am Kreuz stirbt er mit einem Gebet der Vergebung für seine Mörder. Im Sterben vertraut er Jesus sein Leben an.
Um 112 schreibt Plinius, der römische Statthalter, an Kaiser Trajan. In Bithynien findet er Christen nicht nur in den Städten, sondern auch in den Dörfern. Er schildert sein Verfahren: Wer die Götter anrief, vor dem Kaiserbild opferte und Christus verfluchte, kam frei. Wer am Bekenntnis zu Christus festhielt, wurde bestraft. Ein Fluch hätte genügt, um freizukommen. Christen, die ihn verweigerten, nahmen die Strafe auf sich.
Ende Juli 1941 bestimmt der Lagerführer in Auschwitz zehn Häftlinge für den Tod im Hungerbunker. Einer von ihnen, Franciszek Gajowniczek, fleht um sein Leben und spricht von seiner Familie. Maximilian Kolbe, Priester und Häftling 16670, tritt vor und bittet, an seiner Stelle sterben zu dürfen. Nach etwa zwei Wochen im Hungerbunker wird er am 14. August 1941 mit Phenol ermordet.
Rekonstruktion · Ein römischer Statthalter verhört Christen vor dem Bild des Kaisers.
Haben sich die Apostel eine Lüge ausgedacht?
Manche halten die Auferstehung für eine Erfindung der Apostel. Doch niemand stirbt für eine Lüge, die er selbst als Lüge kennt. Die ersten Zeugen konnten wissen, ob sie den Auferstandenen gesehen hatten. Paulus nennt Erscheinungen vor Kephas, den Zwölf, mehr als fünfhundert Brüdern, Jakobus und allen Aposteln (1 Kor 15,5–7). Für dieses Zeugnis zahlten sie einen hohen Preis. Die Apostel wurden verhört und ausgepeitscht und verkündeten weiter. Herodes ließ den Apostel Jakobus hinrichten. Der Erste Clemensbrief aus Rom erinnert an Petrus und Paulus, die Verfolgung und Tod erlitten. Spätere Berichte über ihren Tod sind vielfältig und unterschiedlich verlässlich; ihr Leiden bezeugt schon dieser Brief aus dem ersten Jahrhundert. Ihre Leidensbereitschaft zeigt ihre Aufrichtigkeit. Zusammen mit den Erscheinungsberichten führt sie zu der Erklärung, die die Zeugen selbst gaben: Jesus ist auferstanden.
Spätere Märtyrer wie Maximilian Kolbe waren keine Augenzeugen. Sie bezeugen etwas anderes: welche Kraft der Glaube an den auferstandenen Christus einem Menschen gibt. Die Apostel bezeugen, was sie gesehen hatten; Kolbe bezeugt mit seinem Leben, wem er vertraute.
Die Berichte reichen von der ersten Generation der Kirche bis in unsere Zeit; sie erzählen, wie Christen bis in den Tod an Christus festhielten.
Stephanuserste Generation der Kirche · Jerusalem
Biblisches Glaubenszeugnis
Stephanus tritt zuerst in einem Streit um die tägliche Versorgung hervor. Die griechischsprachigen Witwen der jungen Gemeinde werden übersehen. Deshalb wählen die Christen sieben Männer für diesen Dienst. Stephanus wird als Erster genannt: ein Mann voll Glauben und Heiligem Geist. Er beginnt bei einer konkreten Not und übernimmt Verantwortung für Menschen, die zu kurz gekommen sind.
Bald verkündet Stephanus Jesus öffentlich. Gegner versuchen, ihn im Streit zu widerlegen. Als das nicht gelingt, bringen sie falsche Zeugen gegen ihn auf und führen ihn vor den Hohen Rat. Vor dem Hohen Rat spricht er von Gottes Treue in der Geschichte Israels und wirft seinen Richtern vor, sich dem Heiligen Geist zu widersetzen. Dann sagt er, er sehe Jesus zur Rechten Gottes stehen.
Die Menge treibt ihn aus der Stadt und steinigt ihn. Der junge Saul bewacht die Kleider der Zeugen. Unter den Steinen ruft Stephanus Jesus an. Sein letzter überlieferter Satz gilt den Männern, die ihn töten: „Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!“ Der erste Märtyrer der Kirche stirbt mit einem Gebet der Vergebung, wie Jesus es am Kreuz gesprochen hat.
Tod
Die Apostelgeschichte überliefert seine Steinigung außerhalb Jerusalems.
Bekenntnis
Er bekennt Jesus zur Rechten Gottes und vertraut ihm im Sterben sein Leben an.
Was überliefert ist
Apostelgeschichte 6–7 überliefert seinen Dienst, sein Bekenntnis, seinen Tod und sein Gebet für die Verfolger.
Ignatius von Antiochien2. Jahrhundert · Antiochia und Rom
Frühe kirchliche Primärquelle
Ignatius ist Bischof von Antiochien, als er verurteilt und unter militärischer Bewachung nach Rom gebracht wird. Die Soldaten behandeln ihn hart. Von mehreren Stationen des langen Weges schreibt er an christliche Gemeinden. Er stärkt ihren Glauben, ruft zur Einheit auf und bekennt den wirklichen Tod und die leibliche Auferstehung Jesu.
Die Christen in Rom könnten versuchen, seine Hinrichtung zu verhindern. Ignatius bittet sie ausdrücklich, nicht einzugreifen. Seine Briefe zeigen einen Mann, der genau weiß, was ihn erwartet. Er setzt seine Hoffnung auf Christus, der für ihn gestorben und auferstanden ist. „Für mich ist es besser, durch den Tod zu Christus Jesus zu kommen, als König zu sein über die Grenzen der Erde.“
Seine erhaltenen Briefe enden vor der Hinrichtung. Die frühe kirchliche Überlieferung, die Eusebius bewahrt, berichtet, dass Ignatius in Rom wilden Tieren vorgeworfen wurde. Bis zuletzt handelt er als Bischof: Der Staat führt einen Gefangenen ab, während Ignatius auf dem Weg ganze Gemeinden unterrichtet und ihnen Christus als seine Hoffnung bezeugt.
Tod
Der Überlieferung nach wurde er in Rom wilden Tieren vorgeworfen.
Bekenntnis
Er erwartet die Gemeinschaft mit dem gekreuzigten und auferstandenen Christus.
Was überliefert ist
Sieben Briefe aus der Gefangenschaft sind erhalten. Eusebius bewahrt die Überlieferung seines Todes in Rom.
Polykarp ist ein alter Bischof, als die Suche nach ihm beginnt. Freunde drängen ihn, sich zurückzuziehen. Als die Beamten sein Versteck finden, lehnt er eine weitere Flucht ab. Er lässt den Männern, die ihn festnehmen sollen, Essen bringen und bittet um Zeit zum Gebet. Danach geht er mit ihnen. Auf der Fahrt in die Stadt bieten ihm Beamte einen einfachen Ausweg an: Er soll den Kaiser anerkennen und opfern.
In der vollen Arena verlangt der Prokonsul, Polykarp solle Christus verfluchen. Der Bischof antwortet: „Sechsundachtzig Jahre diene ich ihm, und er hat mir nie ein Leid getan; wie könnte ich meinen König und Erlöser lästern?“ Der Prokonsul droht erst mit wilden Tieren, dann mit Feuer. Polykarp bleibt bei seinem Bekenntnis. Ein Herold verkündet vor der Menge, dass Polykarp sich als Christ bekannt hat.
Der früheste erhaltene Bericht der Kirche von Smyrna erzählt, dass die Menge Holz für den Scheiterhaufen zusammenträgt. Polykarp wird dem Feuer ausgesetzt und schließlich mit einer Klinge getötet. Der Kaisereid, ein Opfer und die Verfluchung Christi hätten sein Leben retten können. Er hält an Christus fest, dem er sein ganzes langes Leben anvertraut hat.
Tod
Der frühe Bericht erzählt den Scheiterhaufen und die anschließende Tötung mit einer Klinge.
Bekenntnis
Vor dem Prokonsul verweigert er den geforderten Fluch gegen Christus.
Was überliefert ist
Die Kirche von Smyrna bewahrte sein Verhör, sein Bekenntnis und seinen Tod in einem frühen Märtyrerbericht.
Perpetua ist etwa zweiundzwanzig Jahre alt und stillt noch ihren Sohn, als sie verhaftet wird. Ihr Vater fleht sie an, den christlichen Namen aufzugeben. Im Gefängnis leidet sie unter der Dunkelheit, der Hitze und der Sorge um ihr Kind. Beim Verhör steht der Vater mit dem Säugling vor ihr. Der Statthalter fordert sie auf, die grauen Haare ihres Vaters und das Kind zu schonen und für das Wohl der Kaiser zu opfern. Perpetua antwortet: „Das tu ich nicht.“ Auf die Frage, ob sie Christin sei, sagt sie: „Ich bin eine Christin.“
Auch Felicitas wartet im Gefängnis auf die Hinrichtung. Sie ist im achten Monat schwanger. Weil eine schwangere Frau nicht öffentlich hingerichtet werden darf, fürchtet sie, von ihren Gefährten getrennt zu werden. Nach ihrem gemeinsamen Gebet bringt sie drei Tage vor den Spielen eine Tochter zur Welt. Eine Christin nimmt das Kind auf. Felicitas bleibt bei den anderen Gefangenen.
In der Arena werden Perpetua und Felicitas von einer wilden Kuh zu Boden geworfen. Perpetua steht auf, ordnet ihr zerrissenes Gewand und hilft Felicitas auf die Beine. Vor der Tötung mit dem Schwert geben sich die Christen den Friedenskuss. Perpetuas Liebe zu ihrem Sohn und Vater zeigt, was sie verliert. In der Arena stärken die Gefährten einander bis zum Tod.
Tod
Der frühe Bericht erzählt ihre Verletzung in der Arena und die Tötung mit dem Schwert.
Bekenntnis
Perpetua verweigert das Kaiseropfer und bekennt vor dem Statthalter: „Ich bin eine Christin.“
Was überliefert ist
Die frühe Passio enthält Perpetua und Saturus zugeschriebene Berichte, eine Rahmenerzählung und überlieferte Visionen.
Thomas Morus steigt bis zum Lordkanzler von England auf. Er kennt den König, das Recht und die Macht des Staates aus nächster Nähe. Als Heinrich VIII. die Leitung der Kirche in England beansprucht, tritt Morus 1532 von seinem Amt zurück. Zwei Jahre später soll er einen Eid leisten, der politische Thronfolge und kirchliche Oberhoheit miteinander verbindet.
Morus erklärt aus dem Tower seiner Tochter Margaret, dass er die rechtmäßige Thronfolge anerkennen kann. Den vorgelegten Eid kann er in seinem Gewissen nicht schwören. Er verurteilt keinen, der anders entscheidet. Für sich selbst bleibt er nach langem Prüfen bei seinem Urteil. Seine Haltung kostet ihn Amt und Einkommen; nach der Eidverweigerung verliert er auch seine Freiheit. In monatelanger Haft und unter wachsendem Druck hält er an seiner Entscheidung fest.
Im Prozess verteidigt Morus die Freiheit der Kirche gegenüber dem Staat. Er wird wegen Hochverrats verurteilt und am 6. Juli 1535 enthauptet. Am Vortag schreibt er Margaret einen liebevollen Abschiedsbrief, bittet seine Familie um das Gebet und hofft auf ein Wiedersehen bei Gott. Sein Martyrium zeigt ein Gewissen, das dem König dienen will, aber Gott den ersten Platz gibt.
Tod
Er wurde wegen Hochverrats verurteilt und am 6. Juli 1535 enthauptet.
Bekenntnis
Er verweigerte den Anspruch des Königs auf die kirchliche Oberhoheit.
Was überliefert ist
Seine Briefe, die Haft, der Prozess und die Hinrichtung sind historisch dokumentiert. Die Kirche verehrt ihn als Märtyrer.
Karl Lwanga und Gefährten1885–1887 · Buganda, heutiges Uganda
Amtlich geprüfte kirchliche Überlieferung
Karl Lwanga dient als junger Mann am Hof von König Mwanga II. Dort führt er die königlichen Pagen und stärkt die jungen Christen. Der König fordert sexuelle Handlungen von seinen Pagen. Karl schützt die Jüngeren, lehrt sie den Glauben und lebt mit ihnen die christliche Keuschheit. Aus dem Konflikt am Hof wird eine staatliche Verfolgung.
Die jungen Männer wissen, dass die Gefahr real ist. Karl bleibt ihr Leiter, bereitet sie auf das Kommende vor und bekennt sich mit ihnen zu Christus. Katholische und anglikanische Christen werden in den Jahren 1885 bis 1887 verurteilt und auf unterschiedliche Weise getötet. Die Kirche prüfte die einzelnen katholischen Zeugen und sprach zweiundzwanzig von ihnen heilig.
Karl Lwanga wird am 3. Juni 1886 in Namugongo durch ein langsames Feuer getötet. Er ist ungefähr zwanzig Jahre alt. Die Christen beten bis zu ihrem Tod. Karl hat die jüngeren Pagen im Glauben gestärkt und bleibt auch in der Verfolgung bei ihnen. Die Macht des Königs fordert Unterwerfung; Karl und seine Gefährten gehorchen Christus.
Tod
Karl Lwanga wurde am 3. Juni 1886 in Namugongo durch Feuer getötet.
Bekenntnis
Er stärkte die jungen Christen am Königshof und blieb mit ihnen Christus treu.
Was überliefert ist
Die Kirche verehrt 22 katholische Märtyrer. Auch anglikanische Christen starben in derselben Verfolgung für Christus.
Maximilian Kolbe kommt Ende Mai 1941 als Häftling 16670 nach Auschwitz. Die SS und Funktionshäftlinge misshandeln ihn besonders als katholischen Priester. Mitgefangene berichten, dass er heimlich Beichte hört, seinen verborgenen Rosenkranz weitergibt und einen Häftling davon abhält, sich wegen gestohlenen Brotes zu rächen. Auch im Lager bleibt er Priester.
Ende Juli verschwindet ein Häftling. Lagerführer Karl Fritzsch wählt zehn Männer aus dem Block aus, die im Hungerbunker sterben sollen. Franciszek Gajowniczek fleht um sein Leben und spricht von seiner Familie und seinen Kindern. Kolbe steht in der Reihe der Männer, die weiterleben dürfen. Er tritt vor und bittet darum, Gajowniczeks Platz einzunehmen. Fritzsch akzeptiert den Tausch.
Kolbe und die übrigen Verurteilten werden in den Keller von Block 11 gesperrt. Nach etwa zwei Wochen lebt er noch. Am 14. August 1941 tötet ihn ein Lagerpfleger mit einer Phenolspritze. Gajowniczek überlebt Auschwitz und Sachsenhausen. Jahrzehnte später steht er bei Kolbes Selig- und Heiligsprechung als Zeuge für den Mann, der freiwillig an seine Stelle ging.
Tod
Nach etwa zwei Wochen im Hungerbunker wurde er am 14. August 1941 mit Phenol ermordet.
Bekenntnis
Er gab sein Leben freiwillig für den Familienvater Franciszek Gajowniczek.
Was überliefert ist
Die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau dokumentiert die Auswahl, Kolbes Stellvertretung und seine Ermordung. Die Kirche verehrt seine Tat als Martyrium der Nächstenliebe.
Nazareno Lanciotti verlässt Rom und geht 1971 als Missionar nach Mato Grosso. In Jauru arbeitet er dreißig Jahre lang. Mit der Gemeinde entstehen siebenundfünfzig ländliche Glaubensgemeinschaften, eine Klinik, aus der ein bedeutendes Krankenhaus wird, ein Altenheim, eine Schule mit Mahlzeiten für Kinder und ein kleines Seminar. Sein Alltag verbindet Eucharistie, Seelsorge, Bildung und konkrete Hilfe.
Diese Arbeit führt ihn an die Seite der Armen und gegen Interessen, die von ihrer Not profitieren. Das kirchliche Verfahren nennt seinen Einsatz gegen Prostitution, Drogenhandel und Ausbeutung an der Grenze zwischen Brasilien und Bolivien. Das zuständige Dikasterium kam zu dem Ergebnis, dass der spätere Angriff geplant war. Seine pastorale Arbeit störte das kriminelle System.
Am Abend des 11. Februar 2001 beendet Lanciotti mit Mitarbeitern das Essen, als zwei maskierte und bewaffnete Männer in das Haus eindringen. Sie verwunden ihn durch Schüsse tödlich. Er stirbt nach elf Tagen am 22. Februar. In dieser Zeit bringt er seine Vergebung gegenüber den Tätern zum Ausdruck. Die Kirche erkannte seinen Tod aus Glaubenshass an und sprach ihn am 13. Juni 2026 in Jauru selig.
Tod
Er wurde am 11. Februar 2001 angeschossen und starb elf Tage später.
Bekenntnis
Sein Dienst an den Armen stellte sich Ausbeutung und organisierter Kriminalität entgegen.
Was überliefert ist
Die Kirche erkannte sein Martyrium aus Glaubenshass an und sprach ihn am 13. Juni 2026 selig.
Für Millionen Christen ist das Bekenntnis zu Christus bis heute mit Verfolgung und Diskriminierung verbunden. Wie Stephanus, die Christen in Bithynien und Maximilian Kolbe halten sie an Christus fest, auch wenn es sie viel kostet. Dass du in Europa deinen Glauben frei leben kannst, ist ein Geschenk. Danke Gott dafür. Bete für die Verfolgten und hilf ihnen, etwa über ein Hilfswerk. Und lebe deinen Glauben offen, dort, wo es dich wenig kostet.
Christsein kostet bis heute
über 388 Mio.Christen, die wegen ihres Glaubens intensiver Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt sindWeltverfolgungsindex 2026 von Open DoorsWeltverfolgungsindex prüfen
315 Mio.Christen in den 50 Ländern des Weltverfolgungsindexsehr hohes bis extremes Maß an Verfolgung und Diskriminierung
24 Staatenmit Verfolgung von Gläubigen verschiedener ReligionenBericht „Religionsfreiheit weltweit 2025“ von KIRCHE IN NOTBericht lesen
Von Jerusalem bis an die Grenzen der Erde
Vor seiner Aufnahme in den Himmel sendet der Auferstandene die Apostel aus: „ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde“ (Apg 1,8). Aus einer Handvoll Zeugen in Jerusalem ist eine Kirche in aller Welt geworden. Inzwischen leben mehr Christen in Afrika südlich der Sahara als in Europa. Der Auftrag trägt bis heute Frucht, und er geht weiter.
Von Jerusalem aus entstanden Gemeinden rund um das Mittelmeer. Heute zählen rund 2,3 Milliarden Menschen zum Christentum; 31 Prozent von ihnen leben in Afrika südlich der Sahara, 22 Prozent in Europa (Schätzung für 2020). Zahlen prüfen
Jerusalem · Pfingsten
Petrus verkündet öffentlich die Auferstehung Jesu und ruft zu Umkehr und Taufe. Quelle lesen
Antiochia · nach der Verfolgung um Stephanus
Hier werden die Jünger zum ersten Mal Christen genannt. Quelle lesen
Korinth · um 54
Paulus erinnert die Gemeinde in Korinth an das Evangelium, das er ihr verkündet hatte. Quelle lesenDatierung
Rom · unter Kaiser Nero
Nach dem Brand Roms schiebt Nero die Schuld auf die Christen und lässt sie grausam bestrafen. Der Historiker Tacitus berichtet davon. Quelle lesen
Bischof Polykarp bekennt sich vor dem Statthalter zu Christus und stirbt als Märtyrer. Quelle lesenDatierung
Lyon · 182–188
Irenäus, Bischof von Lyon, schreibt sein Werk „Gegen die Häresien“. Darin beruft er sich auf die öffentlich bekannte Folge der Bischöfe. Quelle lesenDatierung
Karthago · um 203
Perpetua und ihre Gefährten bekennen sich in Haft und Verhör zu Christus. Quelle lesenDatierung
Heilige: Menschen, die Christus verändert hat
Heilige und Selige sind keine Ideale, sondern Menschen mit Namen und Lebensdaten. Zu ihnen gehören der Ordensgründer Franz von Assisi, die Karmelitin Thérèse von Lisieux, der Journalist Titus Brandsma, die Philosophin Edith Stein, der Franziskaner Maximilian Kolbe, der selige Bauer Franz Jägerstätter, die Ordensfrau Mutter Teresa, Papst Johannes Paul II. und der junge Carlo Acutis. An ihnen wird sichtbar, was Gottes Gnade aus einem Menschen machen kann.
Maximilian Kolbe1894–1941 · Heiliger · Märtyrer der Nächstenliebe
Der Franziskaner war Missionar und leitete das Kloster Niepokalanów. Im deutschen Konzentrationslager Auschwitz trat er freiwillig für einen anderen Häftling ein und wurde dort ermordet.
Nächstenliebe bleibt auch dort frei, wo Gewalt über Leben und Tod verfügen will.
Bild: Unbekannter Fotograf, 1936, Public Domain, via Wikimedia Commons · zugeschnitten und verkleinert · Bildquelle und Rechtehinweis
Die jüdische Philosophin wurde katholisch und trat in den Karmel ein. Das NS-Regime deportierte und ermordete sie wegen ihrer jüdischen Herkunft in Auschwitz-Birkenau.
Die Suche nach Wahrheit führt zu Verantwortung und Hingabe an Christus.
Bild: Unbekannter Fotograf, Kloster Santa Teresa de Jesús, Public Domain, via Wikimedia Commons · zugeschnitten und verkleinert · Bildquelle und Rechtehinweis
Der Karmelit, Hochschullehrer und Journalist widersprach der nationalsozialistischen Ideologie und bestärkte katholische Zeitungen darin, dem Druck der deutschen Besatzer standzuhalten. 1942 wurde er im Konzentrationslager Dachau ermordet.
Wahrheit und Pressefreiheit dürfen nicht der Ideologie untergeordnet werden.
Bild: Nationaal Archief, Public Domain Mark, via Wikimedia Commons · zugeschnitten und verkleinert · Bildquelle und Rechtehinweis
Der katholische Bauer, Mesner und Familienvater verweigerte aus Gewissensgründen den Wehrdienst für das NS-Regime. Er wurde 1943 im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet.
Das an Gott gebundene Gewissen setzt staatlichem Unrecht eine Grenze.
Bild: Unbekannter Fotograf, Quelle Erna Putz, Public Domain Mark · zugeschnitten und vergrößert · Bildquelle und Rechtehinweis
Der Jugendliche setzte seine Computerkenntnisse für Glaubenskommunikation ein und rückte die Eucharistie in den Mittelpunkt. Er starb an Leukämie.
Digitale Begabung kann dem Glauben und anderen Menschen dienen.
Bild: Associazione Amici di Carlo Acutis, offizielles Fotoarchiv, Foto 018 · Hinweis des Vereins: Fotos zum kostenlosen Download · zugeschnitten und verkleinert · Bildquelle und Rechtehinweis
Biografie und QuelleJohannes Paul II.1920–2005 · Heiliger · Zeuge der Menschenwürde
Der Philosoph und Seelsorger war von 1978 bis 2005 Papst. Seine Verkündigung stellte Christus und die unverfügbare Würde jedes Menschen in den Mittelpunkt.
Der Mensch versteht sich tiefer, wenn er sich Christus öffnet.
Biografie und QuelleFranz von Assisium 1181/82–1226 · Heiliger und Ordensgründer · Zeuge evangelischer Armut
Franziskus folgte Christus in Armut, geschwisterlicher Liebe, Friedenssuche und Liebe zur Schöpfung. Aus seiner Bewegung gingen die franziskanischen Orden hervor.
Das Evangelium wird glaubwürdig, wenn es die ganze Lebensform prägt.
Bild: Cimabue zugeschrieben, Heiliger Franziskus, Museo della Porziuncola, Public Domain, via Wikimedia Commons · zugeschnitten und verkleinert · Bildquelle und Rechtehinweis
Auch Naturwissenschaftler gingen diesen Weg. Der Genetiker Francis Collins war überzeugter Atheist. Als junger Arzt erlebte er die Glaubenskraft schwer kranker Patienten angesichts des Todes. Er sagt: „Ich hatte mich entschieden, jede gläubige Sicht der Welt abzulehnen, ohne je wirklich zu wissen, was ich da abgelehnt hatte.“ (aus dem Englischen übersetzt) Collins lesen Der Planetenforscher Jonathan Lunine wuchs jüdisch auf. Bei den Jesuiten der Vatikanischen Sternwarte erlebte er Wissenschaft und Glauben als stimmige Einheit und bat um die Taufe. Der Atheist André Frossard ging 1935 in eine Pariser Kapelle, ohne Gott zu suchen, und verließ sie wenige Minuten später als Katholik.
Sy GarteBiochemie · atheistisch aufgewachsen
Garte wuchs in einem atheistischen Milieu auf. Physik und Zellbiologie stellten Fragen an seinen Materialismus, machten ihn aber nach eigener Aussage noch nicht gläubig.
Ein Freund nahm ihn in einen katholischen Gottesdienst mit. Die freundliche Gemeinde, eine Predigt über die Liebe und die Lektüre des Matthäusevangeliums und der Apostelgeschichte veränderten sein Bild vom Glauben. Er begann, Jesus Christus ernsthaft zu prüfen.
„Ich weiß noch, wie mir ein Schauer über den Rücken lief, als ich von der Proteinsynthese erfuhr.“
Francis CollinsMedizinische Genetik · überzeugter Atheist
Als junger Arzt erlebte Collins die Glaubenskraft schwer kranker Patienten angesichts des Todes. Dabei erkannte er: Er hatte Religion verworfen, ohne sie geprüft zu haben.
Ein Pfarrer nahm seine Einwände ernst. C. S. Lewis, das Sittengesetz und die Frage nach dem Schöpfer führten ihn zu einer Entscheidung für den Glauben.
„Ich hatte mich entschieden, jede gläubige Sicht der Welt abzulehnen, ohne je wirklich zu wissen, was ich da abgelehnt hatte.“
Öberg hielt moralischen Realismus und freien Willen für wirklich. Ein rein materialistisches Weltbild erklärte beides für sie nicht überzeugend und ließ die Gottesfrage offen.
Christliche Freunde, C. S. Lewis und G. K. Chesterton machten den Glauben für sie verstehbar. In der ersten Messe erlebte sie Frieden und Heimat; das führte sie in die katholische Kirche.
„[Moralischer Realismus und freier Wille] sind in einem rein materialistischen Universum schwer zu erklären und zu verstehen.“
Jonathan LuninePlanetenforschung · jüdisch aufgewachsen, ungetauft
Lunine wuchs jüdisch auf und besuchte später mit seiner Frau eine methodistische Gemeinde. Er war jedoch weder getauft noch hatte er sich für Christus entschieden.
Bei den Jesuiten der Vatikanischen Sternwarte erlebte er wissenschaftliche Arbeit und Glauben als stimmige Einheit. Nach Jahren dieser Nähe bat er um Taufe und Aufnahme in die katholische Kirche.
„Ich will katholisch werden und Jesus Christus annehmen und […] getauft werden.“
André FrossardJournalist und Essayist · vom Atheismus zum katholischen Glauben
Frossard wuchs in einer sozialistischen Familie von Atheisten auf, war nicht getauft und interessierte sich nicht für Religion.
Am 8. Juli 1935 wartete der Zwanzigjährige in der Pariser Rue d’Ulm auf seinen Freund André Willemin, der in eine Kapelle gegangen war. Ungeduldig ging er ihm nach. Er hatte nicht nach Gott gesucht. Wenige Minuten später verließ er die Kapelle als Katholik, bereit zur Taufe.
Er berichtet von einer überwältigenden Gottesbegegnung. Seine Umkehr war nicht das Ende eines langen Weges, sondern die Antwort auf dieses unerwartete Ereignis. 34 Jahre später veröffentlichte er seinen Bericht.
Alexander SolschenizynSchriftsteller und Offizier · vom Marxismus zum orthodoxen Glauben
Solschenizyn war überzeugter Marxist. Als Artillerieoffizier stand er bis zu seiner Verhaftung im Februar 1945 an der Front, zuletzt in Ostpreußen. Was er vor und im Krieg sah, führte noch nicht zum Bruch mit dem Sowjetsystem; den Anstoß dazu gab erst die Verhaftung.
In der Haft verfasste er das Versepos „Ostpreußische Nächte“. Es zeigt Plünderung, Tötung und die Vergewaltigung einer Frau durch sowjetische Soldaten. Er klagt darin die Sieger an. Auch sich selbst wirft er ein wenig vor, als Offizier Gräueltaten nicht verhindert zu haben. Am Ende erzählt das Gedicht, wie er selbst die Macht des Siegers nutzte und sich unter vergleichsweise sanftem Zwang eine deutsche Frau zuführen ließ; ihm entfährt der Satz „Das war gemein.“
Entscheidend wurde für ihn ein Gespräch mit Boris Gammerow über die Frage, ob ein vernünftiger Mensch an Gott glauben kann. Er gewann sein Gewissen zurück und nahm Gott an. Im Februar 1952, nach einer Operation im Lager Ekibastus, schrieb er ein Loblied auf Gott.
Später schrieb er im „Archipel Gulag“, die Grenze zwischen Gut und Böse verlaufe durch das Herz jedes Menschen.
Christus verändert Menschen – damals und heute. Stephanus betet für die Männer, die ihn steinigen. Kolbe geht für einen Familienvater in den Hungerbunker. Edith Stein, Franz Jägerstätter, Mutter Teresa und Carlo Acutis folgen ihm auf ganz verschiedenen Wegen. Collins, Lunine und Frossard finden zu ihm. Woher kommt diese Kraft? Paulus gibt die Antwort:
„Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch Gewalten, weder Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“
Aus dem Zeugnis der Apostel entstand die Kirche, die bis heute in aller Welt lebt. Sie verkündet Jesus Christus, feiert die Sakramente und dient den Armen. Ihre Geschichte kennt auch die Sünde und das Versagen ihrer Glieder. Und doch hat sie durch die Jahrhunderte Heilige und Märtyrer hervorgebracht. Stephanus, Kolbe und Edith Stein gehören zu ihr. Dieselbe Kirche lebt auch in deiner Nähe. Geh am Sonntag in die Messe deiner Pfarrei, oder beginne einen Glaubenskurs wie Alpha.
Kerygma ist griechisch für Verkündigung. Gemeint ist die Kernbotschaft von Jesus Christus. Die Apostel verkündeten sie: Petrus in Jerusalem, Paulus in Korinth. Sie lässt sich in sieben Aussagen fassen.
Christus Pantokrator, Katharinenkloster, Sinai, 6. Jahrhundert · Bildquelle
Gott hat dich geschaffen und will, dass du in Gemeinschaft mit ihm lebst. Darin liegt der bleibende Sinn deines Lebens.
Du hast gesündigt und brauchst wie jeder Mensch Vergebung, Heilung und Versöhnung mit Gott.
Gott hat dich nicht dir selbst überlassen. Der ewige Sohn ist in Jesus Christus wahrer Mensch geworden.
Jesus hat deine Sünden am Kreuz getragen. Er ist wirklich gestorben, und der Vater hat ihn leiblich von den Toten auferweckt. Jesus lebt.
Durch Jesus Christus erhältst du aus Gnade Vergebung, neues Leben und Gemeinschaft mit Gott.
Christus hat die Kirche gestiftet. In ihrer Verkündigung und in ihren Sakramenten handelt Christus bis heute.
Jesus ruft dich zu Glauben und Umkehr. Du kannst ihm jetzt antworten.
Am Tag der Auferstehung gehen zwei enttäuschte Jünger nach Emmaus. Sie hatten gehofft, Jesus werde Israel erlösen. Der Auferstandene geht mit ihnen, und sie erkennen ihn nicht. Er erklärt ihnen die Schrift, und beim Brechen des Brotes erkennen sie ihn. Danach sagen sie zueinander: „Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriften eröffnete?“ (Lk 24,32) Noch in derselben Stunde kehren sie nach Jerusalem zurück. Auch mit deinen Fragen kannst du zu Jesus kommen. Paulus fordert dazu auf: „Prüft alles und behaltet das Gute!“ (1 Thess 5,21) Wer so prüft, hält fest, was sich als wahr erweist.
Fragen gehören zum Weg zu Jesus. Wer einer Frage ehrlich nachgeht, kommt der Wahrheit näher. Merk dir die Frage, die dich am stärksten beschäftigt. Sie wird nur auf deinem Gerät gespeichert. Zu jeder Frage findest du Quellen, mit denen du sofort beginnen kannst. Nimm dir deine Frage noch in dieser Woche vor, statt sie aufzuschieben.
Was belegen die außerchristlichen Quellen über Jesus wirklich?
Prüfen heißt, selbst nachzulesen. Die Quellenbibliothek sammelt die Texte, auf die sich diese Reise stützt, damit du ihre Aussagen am Original prüfen kannst. Achte dabei auf die Art der Quelle. Ein antiker Bericht erzählt, was geschehen ist. Die Lehre der Kirche legt aus, was Gott offenbart hat. Die Überlieferung gibt weiter, was die Kirche von den Aposteln empfangen hat. Jede Art hat ihr eigenes Gewicht. Beginne mit der Quelle, die zu deiner Frage gehört.
Gottes Wahrheit bleibt unerschöpflich
Ein Geheimnis des Glaubens ist kein fehlendes Rätselteil, das man irgendwann findet und dann abhakt. Es ist eine Wahrheit, die man ein Leben lang immer tiefer erkennen kann. Gott führt den Menschen schrittweise. In Jesus Christus hat er seine Offenbarung vollendet, und doch bleibt ihr Inhalt für die Kirche unerschöpflich. Durch die Jahrhunderte wächst sie immer tiefer in das hinein, was Gott in Christus geschenkt hat.
Der Glaube will Gott und seine Offenbarung immer tiefer verstehen, und wachsende Erkenntnis stärkt Glaube und Liebe. Darum musst du nicht warten, bis jede Frage beantwortet ist. Vertrauen und Erkenntnis wachsen zusammen.
Zum ehrlichen Prüfen gehört auch der Blick auf dich selbst: die eigene Sünde vor Gott nicht zu verbergen und um seine Gnade zu bitten. Christus ging mit den Jüngern nach Emmaus. Er geht auch mit dir. Du kannst schon heute mit ihm sprechen und ihm deine Fragen sagen.
Wähl das Angebot, das zu deiner Frage passt, und fang gleich damit an. Lässt dich eine bestimmte Glaubensfrage nicht los, such die Antwort bei baqash.de. Hast du Einwände gegen einzelne Sätze des Glaubensbekenntnisses, nimm dir den Credomat vor. Fragst du noch, ob es Gott überhaupt gibt, beginne mit Spuren Gottes. Willst du Jesus in der Schrift selbst kennenlernen, hilft dir der Bible Navigator beim Einstieg. Geh am Sonntag in eine Heilige Messe, auch mit offenen Fragen. In einem Glaubenskurs wie Alpha stellst du sie im Gespräch.
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Finde fundierte Antworten auf konkrete Fragen zum katholischen Glauben.
Jesus lebt, und er ruft dich. Er will dir deine Sünden vergeben und dir in seiner Kirche begegnen. Deine Antwort beginnt mit einem kleinen, konkreten Schritt: mit einem Gespräch in deiner Pfarrei, einer Beichte, einer Sonntagsmesse oder einem Glaubenskurs. Für diesen ersten Schritt musst du nicht schon alles verstanden haben. Es reicht, dass du Jesus antworten willst. Er ist dir längst entgegengekommen: Am Kreuz hat er deine Sünden getragen.
Illustration · Inszenierte Gegenüberstellung: zwei Kirchenfenster nebeneinander.
Komm und sieh
Philippus erzählt Natanaël, er habe den gefunden, über den Mose und die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazaret. Natanaël ist skeptisch: „Kann aus Nazaret etwas Gutes kommen?“ Philippus setzt ihn nicht unter Druck. Er lädt ihn ein: „Komm und sieh!“ (Joh 1,46) Natanaël kommt, begegnet Jesus und erkennt in ihm den Sohn Gottes.
Auch über die Kirche urteilt man leicht von außen. Ein Kirchenfenster wirkt von außen dunkel und grau. Erst wer hineingeht, sieht seine Farben leuchten. In der Kirche begegnet dir Christus selbst: im Evangelium, das du hörst, im Gebet, in den Sakramenten, den wirksamen Zeichen der Gnade, in denen er handelt, und in der Gemeinschaft der Kirche, die mit dir glaubt und betet.
Geh in eine offene Kirche, setz dich eine Weile und sprich mit Jesus. Komm und sieh.
Deine Sünden können vergeben werden
Der Auferstandene gibt seinen Jüngern den Heiligen Geist und sagt: „Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.“ (Joh 20,22–23) In der Beichte handelt Christus durch den Priester. Du bekennst deine Sünden, und Gott vergibt sie dir.
Jesus erzählt vom heimkehrenden Sohn:
„Der Vater sah ihn schon von Weitem kommen und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.“
Die Beichte ist für Getaufte; Ungetaufte empfangen die Vergebung in der Taufe. Auf die Beichte, auch auf deine erste, kannst du dich mit beichtbar.de vorbereiten. Dein Schritt in dieser Woche: Geh zur Beichte. Eine Beichtgelegenheit nennt dir deine Pfarrei oder „Messen finden“.
beichtbar.de
Bereite dich vertraulich und Schritt für Schritt auf die Beichte vor.
Die Taufe ist das Sakrament des Glaubens; der Glaube soll nach ihr wachsen. Bist du nicht getauft, beginnt dein Weg zur Taufe in der Pfarrei: Du sprichst mit einem Seelsorger. Darauf folgt der Katechumenat, die Vorbereitung auf die Taufe. Er dauert in der Regel bis zu etwa einem Jahr. Taufe, Firmung und Erstkommunion empfängst du meist im selben Gottesdienst, häufig in der Osternacht.
Bist du getauft, aber nicht gefirmt, frag in deiner Pfarrei nach der Firmvorbereitung. Die Firmung stärkt die Taufgnade und macht dich zum Zeugen Christi.
Bist du in einer anderen Kirche getauft und möchtest katholisch werden, sprich mit deinem Pfarrer; deine Taufe wird nicht wiederholt.
Dein Schritt in dieser Woche: Sag in deiner Pfarrei, dass du getauft, gefirmt oder katholisch werden möchtest.
Die Kirche tauft schon kleine Kinder, denn die Taufe schenkt ihnen die Gnade, Kinder Gottes zu werden. Hast du ein Kind und überlegst, ob es getauft werden soll, hilft dir der Tauf-Kompass von „Die Tauffrage“ bei dieser Entscheidung.
Die Tauffrage
Der digitale Tauf-Kompass für Eltern: persönliche Fragen, kurze Erklärungen und konkrete nächste Schritte, wenn du überlegst, ob dein Kind getauft werden soll.
Paulus gibt weiter, was er vom Herrn empfangen hat:
„Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis! […] Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis!“
Dieses Gedächtnis feiert die Kirche in jeder Heiligen Messe. In der Eucharistie schenkt Christus sich dir wahrhaft mit seinem Leib und Blut. Die Kommunion empfangen Katholiken, die im Stand der Gnade sind; wer sich einer schweren Sünde bewusst ist, geht vorher zur Beichte. Bist du nicht getauft oder evangelisch, bist du in der Messe willkommen; die Kommunion empfängst du noch nicht. Kommunion im Katechismus
Wo du mitfeiern kannst, zeigt „Messen finden“. Ist dir die Messe fremd, hilft dir Source & Summit. Dein Schritt in dieser Woche: Geh am Sonntag zur Messe.
Messen finden
Finde eine Heilige Messe, eine Beichtgelegenheit oder Anbetung in deiner Nähe.
Christus ruft dich in seine Kirche, und die Kirche lebt vor Ort in deiner Pfarrei. Bitte dort um ein Gespräch mit dem Pfarrer oder einem anderen Seelsorger. Sag ihm offen, was dich bewegt: dass du Christ werden möchtest, dass du nach langer Zeit zurückkommst oder dass du Jesus besser kennenlernen willst. Kennst du deine Pfarrei noch nicht, such mit „Messen finden“ eine Messe in deiner Nähe und sprich danach den Priester an. Frag auch nach einem Glaubenskurs wie Alpha. Gibt es in deiner Pfarrei gerade keinen, findest du mit GOCATH Kurse und andere katholische Angebote in der Umgebung. Dein Schritt in dieser Woche: Ruf in deiner Pfarrei an und vereinbare ein Gespräch.
Alpha
Ein Glaubenskurs mit gemeinsamem Essen, Impuls und Gespräch, den viele Gemeinden anbieten. Frag in deiner Pfarrei nach.
Gott zwingt niemanden. Er hat den Menschen frei geschaffen, damit er aus eigenem Entschluss seinen Schöpfer sucht. Darum ruft er dich und wartet auf deine Antwort. Du musst nicht alle Schritte auf einmal gehen. Wähl einen und fang damit an. Am Anfang kann ein einfaches Gebet stehen: Sag Jesus, dass du zu ihm kommen willst.
In Athen spricht Paulus mit Philosophen. Auf dem Areopag beginnt er mit Anerkennung: „Männer von Athen, nach allem, was ich sehe, seid ihr sehr fromm.“ In der Stadt hat er einen Altar mit der Aufschrift „EINEM UNBEKANNTEN GOTT“ gefunden. Daran knüpft er an: „Was ihr verehrt, ohne es zu kennen, das verkünde ich euch.“ (Apg 17,22–23) Dann verkündet er ihnen die Auferstehung. Einige spotten, andere schließen sich ihm an. Jeder Getaufte ist berufen, Christus durch Wort und Leben zu bezeugen, auch du.
Der erste Petrusbrief schreibt: „[…] heiligt vielmehr in eurem Herzen Christus, den Herrn! Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt; antwortet aber bescheiden und ehrfürchtig, denn ihr habt ein reines Gewissen, damit jene, die euren rechtschaffenen Lebenswandel in Christus in schlechten Ruf bringen, wegen ihrer Verleumdungen beschämt werden.“ (1 Petr 3,15–16)
Fünf Schritte helfen dir im Gespräch:
Bete. Gib Christus in deinem Herzen den ersten Platz und bete für den Menschen, mit dem du sprechen wirst.
Hör zu. Lass den anderen ausreden und nimm ernst, was ihn bewegt.
Frag nach, etwa: Wie meinst du das? Was hast du erlebt? So erfährst du, worum es ihm wirklich geht: um Schuld, um Leid, um die Kirche oder um die Frage, ob Jesus lebt.
Erzähl von deiner Begegnung mit Christus: wie du ihn kennengelernt hast und warum du ihm vertraust. Bleib dabei ehrlich und konkret.
Nenne Gründe und lade ein. Die Gründe für deine Hoffnung kennst du von dieser Reise: die frühen Quellen und die Zeugen der Auferstehung. Sprich bescheiden und ehrfürchtig. Dann lade konkret ein: zur Sonntagsmesse, zu einem Glaubenskurs wie Alpha oder in deine Pfarrei.
Christus im Jahr feiern
Das Kirchenjahr verbindet den Alltag mit Christus. Zu neun Festen findest du ihre Botschaft und Vorschläge, wie du sie von ihrer Mitte her feierst. An Weihnachten feiert die Kirche die Menschwerdung Gottes, an Ostern die Auferstehung Jesu, an Fronleichnam seine wirkliche Gegenwart in der Eucharistie. Auch vertraute Termine bekommen ihre Mitte zurück: Erzähl beim Laternenzug, warum Martin seinen Mantel teilte. Dank Gott an Silvester in der Jahresschlussmesse für das vergangene Jahr. Nimm zum nächsten Fest einen Freund mit in die Kirche.
6. DezemberNikolaus
Christliches Zentrum
Nikolaus steht für einen Glauben, der Not sieht und aus Liebe zu Christus konkret hilft. Schenken erinnert an empfangene Gnade und ruft zur Barmherzigkeit.
So wird das Fest mit Christus lebendig
Erzähle vom heiligen Bischof Nikolaus und verschenke etwas ohne Gegenleistung. Verbinde den gefüllten Schuh mit Gebet und einer konkreten Hilfe für einen Menschen in Not.
Was ohne Christus fehlt
Ohne Christus bleibt ein Lieferant kleiner Belohnungen. Die Gabe verliert ihren Grund: Gottes Liebe, die den Menschen frei macht, selbst großzügig zu geben.
Ursprung
Die Kirche erinnert an Nikolaus von Myra, einen Bischof des 4. Jahrhunderts. Viele Einzelheiten gehören zur reichen Legenden- und Brauchtumstradition.
So wird es oft begangen
Schuhe werden mit Süßigkeiten gefüllt; der Bischof wird oft mit Weihnachtsmann und Konsumfigur vermischt.
Gott bleibt nicht fern. In Jesus Christus kommt er selbst in die Welt, um den Menschen zu retten und in seine Gemeinschaft zu führen. Darum ist Weihnachten ein Fest großer Freude.
So wird das Fest mit Christus lebendig
Besuche die Christmette, höre das Weihnachtsevangelium und bete an der Krippe. Teile das Festmahl und die Geschenke als Antwort auf Gottes Gabe. Lade einen Menschen ein, der sonst allein wäre.
Was ohne Christus fehlt
Ohne Christus bleibt eine schöne, aber leere Hülle. Man schenkt einander Dinge und übersieht Gottes größtes Geschenk: dass der Retter geboren ist und dem Menschen ewiges Leben eröffnet.
Ursprung
Die Kirche feiert die Geburt Jesu Christi und die Menschwerdung Gottes.
So wird es oft begangen
Viele verbinden Weihnachten vor allem mit Familienbesuchen, Essen und Geschenken.
Gesetzlicher Status
Erster und Zweiter Weihnachtstag sind in allen Bundesländern gesetzliche Feiertage. Heiligabend ist kein gesetzlicher Feiertag.
Zeit ist Gabe Gottes. Der Christ bringt das vergangene Jahr vor den Herrn, dankt, bittet um Vergebung und vertraut das neue Jahr im Gebet seiner Vorsehung an.
So wird das Fest mit Christus lebendig
Danke Gott in der Jahresschlussmesse oder beim Te Deum für das vergangene Jahr. Bitte um Vergebung, nenne ihm deine Sorgen und empfange das neue Jahr aus seiner Hand.
Was ohne Christus fehlt
Wo nur Lärm, Rausch und Glücksrituale bleiben, wird die Endlichkeit verdrängt. Es fehlen Dank, Umkehr und die Hoffnung, dass Christus Herr der Zeit und der kommenden Tage ist.
Ursprung
Der Tag heißt im Deutschen nach Papst Silvester I., dessen die Kirche am 31. Dezember gedenkt. Er gab dem Tag nicht den Jahreswechsel; beide fallen im Kalender auf dasselbe Datum.
So wird es oft begangen
Countdown, Feuerwerk, Alkohol, Partys, Glücksbringer und Zukunftsrituale prägen den Jahreswechsel.
Gesetzlicher Status
Kein gesetzlicher Feiertag in Deutschland. Neujahr am 1. Januar ist bundesweit gesetzlicher Feiertag.
Die Völker der Welt erkennen in Jesus ihren König und Gott. Die Weisen suchen ihn, fallen vor ihm nieder und bringen ihm ihre Gaben.
So wird das Fest mit Christus lebendig
Lass dein Haus segnen und bete mit dem Haussegen darum, dass Christus dort wohnt. Unterstütze die Sternsinger, lies das Evangelium und bring Jesus im Gebet dein Leben als Gabe.
Was ohne Christus fehlt
Wird Dreikönig zur reinen Spendenaktion oder zum folkloristischen Besuch, fehlt die Mitte: Christus ist für alle Völker gekommen, und der Mensch ist gerufen, ihn anzubeten.
Ursprung
Das Hochfest Erscheinung des Herrn feiert, dass der menschgewordene Sohn Gottes den Völkern offenbar wird. Die Sterndeuter wurden in der späteren Überlieferung zu den Heiligen Drei Königen.
So wird es oft begangen
Bekannt sind Sternsinger, Kostüme, das Kreidezeichen an der Haustür und die Sammlung für Kinder in Not.
Gesetzlicher Status
Gesetzlicher Feiertag in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt.
Jesus Christus ist wirklich und leiblich auferstanden. Er hat Sünde und Tod besiegt und dem Menschen die begründete Hoffnung auf Auferstehung und ewiges Leben eröffnet.
So wird das Fest mit Christus lebendig
Feiere die Osternacht oder die Messe am Ostersonntag, erneuere dein Taufversprechen und singe das Halleluja. Teile ein festliches Mahl, weil Christus lebt und neues Leben schenkt.
Was ohne Christus fehlt
Ohne die Auferstehung bleibt ein Frühlingsfest, das dem Tod nichts entgegenzusetzen hat. Gerade die entscheidende Freude geht verloren: Jesus lebt, und wer zu ihm gehört, wird leben.
Ursprung
Die Kirche feiert die Auferstehung Jesu Christi als ihr Hauptfest.
So wird es oft begangen
Ostereier, Hasen, Familienbrunch, Reisen und ein langes Wochenende bestimmen für viele das Fest.
Gesetzlicher Status
Karfreitag und Ostermontag sind in allen Bundesländern gesetzliche Feiertage. Ostersonntag ist zugleich Sonntag.
Der auferstandene Christus ist zum Vater erhöht, herrscht als Herr und sendet seine Apostel als Zeugen in die Welt. In ihm ist die menschliche Natur bei Gott angekommen.
So wird das Fest mit Christus lebendig
Feiere die Messe und richte deinen Blick auf Christus, der beim Vater für den Menschen eintritt. Bitte um Mut, in deinem Alltag von ihm zu sprechen und seine Herrschaft sichtbar zu machen.
Was ohne Christus fehlt
Als bloßer Ausflugstag verliert der Tag seine Hoffnung und seinen Auftrag: Christus eröffnet dem Menschen den Himmel und sendet den Christen, das Evangelium zu verkünden.
Ursprung
Die Kirche feiert die Aufnahme des auferstandenen Christus in den Himmel und seine Herrschaft.
So wird es oft begangen
Der freie Donnerstag wird häufig als Vatertag, Männerausflug oder Anlass zum Trinken begangen.
Der Heilige Geist erfüllt die furchtsamen Jünger, öffnet ihre Türen und macht sie zu öffentlichen Zeugen Christi. Er belebt und sendet die Kirche bis heute.
So wird das Fest mit Christus lebendig
Bitte den Heiligen Geist konkret um seine Gaben. Lies mit anderen die Pfingsterzählung, bete für einen Menschen und wage ein Wort von Christus. Das Fest wird zum Aufbruch statt zum freien Montag.
Was ohne Christus fehlt
Ohne den Heiligen Geist wird Pfingsten beinahe namenlos. Es fehlen der Ursprung der missionarischen Kirche und die Kraft Gottes, die den Menschen erneuert und zum Zeugnis befähigt.
Ursprung
Die Kirche feiert die Ausgießung des Heiligen Geistes und die öffentliche Sendung der Apostel.
So wird es oft begangen
Für viele ist Pfingsten nur ein langes Wochenende für Urlaub, Ausflug oder Familienbesuch.
Gesetzlicher Status
Pfingstmontag ist in allen Bundesländern gesetzlicher Feiertag. Pfingstsonntag ist Sonntag.
Donnerstag nach dem DreifaltigkeitssonntagFronleichnam
Christliches Zentrum
Christus ist in der Eucharistie wirklich gegenwärtig. Er schenkt sich seiner Kirche als Speise des ewigen Lebens, und sie trägt ihn öffentlich durch ihre Straßen.
So wird das Fest mit Christus lebendig
Feiere die Eucharistie, verbringe Zeit in der Anbetung und geh bei der Prozession mit. Christus zieht durch die Straßen und erinnert dich: Er will auch deinen Alltag mit seiner Gegenwart erfüllen.
Was ohne Christus fehlt
Ohne den Glauben an seine Gegenwart bleibt Folklore oder Freizeit. Die Prozession verliert den, um den sie kreist: Jesus Christus selbst, verborgen und wirklich gegenwärtig im Sakrament.
Ursprung
Die Kirche feiert den Leib und das Blut Christi und bekennt seine bleibende Gegenwart in der Eucharistie.
So wird es oft begangen
Je nach Region erlebt man einen freien Tag, Prozessionen, geschmückte Straßen und örtliches Brauchtum.
Gesetzlicher Status
Gesetzlicher Feiertag in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland sowie regional in Teilen Sachsens und Thüringens.
Jesus ist das Licht der Welt. Martin machte dieses Licht durch Glauben, Barmherzigkeit und mutiges Handeln sichtbar. Die Laterne lädt dazu ein, Christus nachzufolgen und selbst Licht für andere zu sein.
So wird das Fest mit Christus lebendig
Erzähle beim Laternenzug, warum Martin teilte. Bete zu Christus, dem Licht der Welt, und teile selbst Mantel, Zeit oder Geld mit einem Menschen in Not.
Was ohne Christus fehlt
Als neutrales Lichterfest behält der Tag seine freundliche Form, aber verliert den Herrn, den Martin im Armen erkannte und aus dessen Liebe er teilte.
Ursprung
Christen erinnern an Martin von Tours: Soldat, Mönch, Bischof und Zeuge Christi. Der früheste erhaltene Bericht erzählt von der Mantelteilung und davon, dass Martin im frierenden Armen Christus erkannte.
So wird es oft begangen
Laternenzüge, Lieder, Martinsfeuer und Gebäck prägen den Tag besonders für Kinder.
Der Auferstandene sendet seine Jünger zu allen Völkern, um zu taufen und zu lehren, und verspricht: „Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28,19–20) Dieser Auftrag gilt auch dir. Denk an einen Menschen, dem du von Jesus erzählen möchtest. Schick ihm in dieser Woche den Link zu dieser Reise und lade ihn ein, mit dir einen Alpha-Kurs zu besuchen. Ihr könnt auch gemeinsam zu einer Anbetung oder einem anderen katholischen Angebot in eurer Nähe gehen, das du über GOCATH findest.
Am Ostermorgen ist Jesus von den Toten auferstanden. Das Kerygma hat es dir verkündet: Der Gekreuzigte ist der Lebendige.
Er ruft dich zur Umkehr und zum Glauben: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ (Mk 1,15)
Der Lebendige spricht im Sendschreiben an die Gemeinde in Laodizea: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn einer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten und Mahl mit ihm halten und er mit mir.“ (Offb 3,20)
Das Wort gilt der ganzen Gemeinde und jedem Einzelnen. Jesus klopft bei dir an. Ob du öffnest, entscheidest du. Du kannst ihm jetzt im Gebet antworten.
Jesus Christus, ich glaube an dich. Du bist der Sohn Gottes. Du bist für unsere Sünden gekreuzigt worden und gestorben. Du bist begraben worden und am dritten Tag auferstanden.
Es tut mir leid, dass ich gesündigt habe. Ich will umkehren und mein Leben ändern.
Vergib mir meine Sünden und reinige mein Herz.
Ich übergebe dir mein Leben. Führe du mich auf deinem Weg.
Sende mir deinen Heiligen Geist und stärke mich im Glauben.
Führe mich zu Beichte, Taufe oder Firmung und zur Eucharistie. Zeige mir den Weg in deine Kirche.
Amen.
Ich habe dieses Gebet gebetet
Drei erste Schritte in deiner Pfarrei
Du hast Jesus geantwortet. Diese drei Schritte kannst du in dieser Woche gehen.
Wenn du getauft bist, geh zur Beichte. Jesus hat seinen Jüngern die Vollmacht gegeben, Sünden zu erlassen; die Kirche übt diese Vollmacht in der Beichte aus. Wenn du ungetauft bist, sag in deiner Pfarrei, dass du dich taufen lassen möchtest.
Besuche am Sonntag eine Heilige Messe. Dort feiert die Kirche das Gedächtnis, das Jesus beim letzten Mahl aufgetragen hat.
Nimm Kontakt zu deiner Pfarrei vor Ort auf und frag nach einem Glaubenskurs wie Alpha. In der Pfarrei findest du Begleitung; diese Seite bietet selbst keine an.
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Bereite dich vertraulich und Schritt für Schritt auf die Beichte vor.